Computer- und Internetstrafrecht (IT-Strafrecht)

Die moderne Informationstechnologie ermöglicht in Sekundenschnelle einen weltweiten Austausch von Informationen. Notebooks, Mobiltelefone und PDAs machen den Nutzer standortunabhängig. Moderne Kommunikationstechnologie wird bei rechtswidrigen Aktivitäten genauso effektiv eingesetzt wie im rechtskonformen Leben. Bei der Bewertung von technischen Abläufen, digitalen Beweismitteln und virtuellen Identitäten bewegen sich Staatsanwaltschaft, Ermittler und Richter häufig in einer rechtlichen Grauzone. Hier liegen die Chancen der Verteidigung.

IT-Strafrecht – ein Thema für Computerexperten
Die wenigen Strafverteidiger, die aufgrund ihrer Spezialisierung Delikte aus
dem Computer- und Internetstrafrecht (kurz IT-Strafrecht) verteidigen können, müssen über detaillierte Technologiekenntnisse verfügen, um z. B. Beweismittel beurteilen zu können und dies dem Gericht zu vermitteln. Die Bedeutung der Vokabeln IP-Adresse, LAN, ISP, DNS, Port-Nummer, TCP-Protokoll, HTML, SMTP, IRC, Kryptografie, Steganografie, AN.ON-Anonymität und so weiter gehören zum Basiswissen dieses Rechtsgebietes. Außerdem sind zahlreiche nationale und internationale Normen und Gesetze zu beachten: Teledienstegesetz, Multimediagesetz, Teledienstdatenschutzgesetz, Mediendienstestaatsvertrag, Telekommunikationsgesetz, Jugendmedienschutzvertrag, Urheberrechtsgesetz und die Cyber-Crime-Convention usw.

Ich habe mich bereits 1998 auf dieses Thema spezialisiert. Mein Fachbuch Computer- und Internetstrafrecht ist im Dezember 2009 in aktueller 2. Auflage im Verlag C.H. Beck erschienen und dient Rechtsanwälten als Grundlage für die professionelle Verteidigung in diesem Rechtsgebiet.

Schnittstellen zu anderen Rechtsgebieten
Computer- und Internetstrafrecht (kurz: IT-Strafrecht) ist kein scharf abgegrenzter Bereich, sondern weist zahllose Schnittstellen und Überschneidungen zu anderen strafrechtlich relevanten Gebieten auf. Für die Zuordnung zum IT-Strafrecht ist der Einsatz von Informationstechnologie entscheidend, dem virtuellen Raum des Internets kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu.

 
  • Das Wirtschaftsstrafrecht spielt bei der Abwicklung des E-Commerce eine große Rolle (z. B. bei Betrug, Wirtschaftsspionage durch „Hacker“,
    unerlaubte Werbung durch Spam-Mails).
  • Das Sexualstrafrecht kommt bei Kinderpornografie oder Darstellungen
    sexueller Gewalt zum Tragen.
  • Das Urheberrecht ist die Grundlage für die Verfolgung unerlaubter
    Downloads und Nutzung von Musik, Grafiken oder Texten.
  • Der Datenschutz ist ein ganz brisantes Thema im Bereich der Informationstechnologie.
  • Die Verbreitung von volksverhetzenden politischen Inhalten per Mail
    oder Webseite berührt das allgemeine Strafrecht.

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